
(Alexandra Doris Nefedov).
* 19.5.1944 in Heydekrug
(Memelland),
† 31.7.1969 bei einem
Autounfall bei Heide.
In Kiel und Hamburg aufgewachsen. Arbeitete als Zeichnerin, um ihr Gesangs- und Schauspielstudium zu ermöglichen.
Theater-Engagement
in Neumünster. Russland-Tournee mit Hazy Osterwald. 1967 erster Hit
"Zigeunerjunge", danach "Sehnsucht". Udo Jürgens komponierte
für sie.
Viel zu früh,
im Alter von 27 Jahren, kam die Sängerin Alexandra Doris Nefedov durch
einen tragischen Autounfall ums Leben. Es war am 31.7.1969, auf der Fahrt in
den Urlaub, als sie in der Nähe der holsteinischen Stadt Heide tödlich
verunglückte. Geboren wurde Alexandra am 19.5.1942 in Heydekrug (Memelland).
1944 flüchteten ihre Eltern mit ihr in die Bundesrepublik. Sie wuchs in
Kiel und Hamburg auf, arbeitete als Zeichnerin, um sich das Geld für ein
Schauspiel- und Gesangsstudium zu verdienen.
Ihre erste Rolle bekam sie am Theater
von Neumünster, als Sängerin engagierte sie Hazy Osterwald für
eine Russlandtournee. 1968
hatte sie den ersten Hitparadenerfolg mit "Zigeunerjunge". "
Sehnsucht" wurde
ihr erfolgreichstes Lied und kurz vor ihrem plötzlichen Tod kam sie mit
"Erstes Morgenrot" in die Hitparaden. Gemeinsam mit Udo Jürgens
komponierte sie das Lied "Illusionen", das er 1975 neu aufnahm. Alexandra
selbst wurde zu einer Legende - ihre traurige, schwermütige und dunkle
Stimme und die einfühlsamen Texte bleiben aber unvergessen. LP: "Ihre
großen Erfolge"
Sie stammt aus Ostpreußen,
wuchs in Hamburg auf und spielte in Neumünster und Rendsburg Theater. Zwischendurch
arbeitete sie auch im Büro, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Dort wurde sie eines Tages von Produzent Fred Weyrich entdeckt. Schon beim ersten
Vorsingen wusste er bescheid. Es gab einen ungewöhnlichen Start per
Langspielplatte: "Premiere mit Alexandra". Einen Titel auf dieser
interessanten LP hat sie selber komponiert.
Alexandras ganze Liebe gehört ihrer Gitarre und dem klassischen Chanson. Alexandra, die von ihrem Vater her einen kräftigen Schuss russischen Blutes mitbekommen hat, erlebte zwischen Wolga und Don die echte Begeisterungsfähigkeit der russischen Menschen: Zusammen mit Hazy Osterwald machte sie als Sängerin eine Tournee kreuz und quer durch die Sowjet-Union. Ob im Moskauer Konzertsaal oder auf einer neu erbauten Bühne in Sibirien - überall erntete die junge Künstlerin aus Deutschland Dank, Beifall und Anerkennung. Wenn sie "Mitternacht in Moskau" auf Russisch sang, wollte die Begeisterung kein Ende nehmen.
In ihrem neuen Titel
"Sehnsucht; " ("Das Lied der Taiga") zeigt Alexandra einen
persönlichen Gefühlsausdruck, den sie beim Sonnenuntergang in der
weiten russischen Grassteppe selbst erlebt und empfunden hat.
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A) Zigeunerjunge
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A) Sehnsucht
(Das Lied der Taiga) |
A) Illusionen
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A) Schwarze Balalaika
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A) Mein
Freund der Baum |
A) Erstes
Morgenrot |
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A) Grau
zieht der Nebel |
A) Erstes
Morgenrot |
A) Erstes
Morgenrot |
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A) O
Duscha Duscha |
A) O
Duscha Duscha |
A) Mein
Freund der Baum |
Eines Tages im Frühjahr 1967 stand eine fremde Frau
bei mir im Zimmer: "Ich heiße Doris Nefedov." Sie sagte es mit
einer Stimme, wie ich sie nie zuvor und auch später nie wieder gehört
habe: So dunkel, un doch so klar; so erregend und doch so warmherzig; so, als
wisse diese Stimme um alle Freuden und alle Sorgen, um alle Jugend und um alle
Weisheit dieser Welt sogleich.
Das war also die neue Sängerin. Und ich sah
sie an, wie jeder Mann eine Frau zuerst ansieht. Große Augen schmaler
Oberkörper, sehr schlank.
Eigentlich sehr hübsch, diese Frau. Frau? Mädchen?
Singen musste sie schon können, sonst hätte Fred Weyrich gewiss
keine Aufnahmen mit ihr gemacht - aber was für ein Wesen, was für
eine Persönlichkeit steckte hinter dieser Fremden, der ich nun als Pressechef
die Starthilfe in die große, bunte Welt des Showbusiness geben sollte?
Sängerinnen in Deutschland heißen nicht
Nefedov. Das klingt zu fremd, zu spröde. Aus Doris Nefedov wurde Alexandra.
Und diese Alexandra erzählte mir ihre Geschichte genauso ehrlich, wie sie
jedes ihrer Lieder sang. Dies ist die wahre Alexandra Story.
Sie beginnt in der memelländischen Kleinstadt Heydekrug. Dort wurde Alexandra am 19.Mai 1944 geboren. Sie ist kaum drei Wochen alt, da flieht ihre Mutter mit ihr vor den Wirren des Krieges. Alexandra in einer Tragetasche, klettert die Mutter mit ihren beiden anderen Töchtern auf einen Pferdewagen und macht sich auf den langen Weg nach Westen. In Kiel endlich finden sie eine Bleibe.
Die Kindheit der Alexandra ist überschattet von
den Sorgen der Nachkriegsjahre. Lebensmittelkarten, Wohnungsnot, Geldentwertung.
Mit vier Jahren spielt Alexandra den kleinsten der sieben Zwerge in einer "Schneewittchen"-
Aufführung. Sie geht zur Volksschule, dann aufs Gymnasium, mit elf Jahren
erhält sie ihre erste Gage: 60 Pfennige als Mitglied eines Kirchenchors,
der auf Hochzeiten singt. Zur selben Zeit beginnen ihre Klavierstunden, beginnt
auch ihr Russisch-Unterricht.
Und damit ist offensichtlich eine der wesentlichsten Entscheidungen für das spätere Leben der Alexandra getroffen worden. Die slawische Herkunft - ihr Großvater war Wende, ihre Großmutter Tschechin - wurde hier in konkrete Bahnen gelenkt. Alles was an Melancholie und Romantik, aber auch an Ausdrucksvermögen und urwüchsigen Temperament in Alexandra schlummerte, wurde jetzt geweckt.
Die ersten künstlerischen Regungen führen Alexandra
in den folgenden Jahren in einen Wirbel von Gefühlen und Entschlüssen,
von denen sie noch nicht weiß, welche richtig, welche bleibend sein werden:
Grafisches Studium an der Meisterschule für Mode in Hamburg. Schauspiel-Schule
bei Margot Höpfner und Ausbildung in Gesang, in Pantomime, in Ballett und
Musical, in Fechten und Theatergeschichte, die viel zu frühe Heirat, die
Scheidung, der Sohn Alexander...
Alexandra jobt. Als Zimmermädchen, damit sie sich eine Gitarre kaufen kann. In einer Autoverleih-Firma, um den Schauspiel-Unterricht bezahlen zu können. "Ich musste mir oft überlegen, ob ich eine Tasse Kaffee trinken oder lieber mit dem Bus nach Hause fahren wollte, den für beides reichte das Geld manchmal nicht..."
Endlich, nach drei harten Jahren, kann sie ihr Studium beenden. Da kommt der Wendepunkt in Alexandras Leben. Genau zu diesem Zeitpunkt erhält sie von einem großen Hamburger Unternehmen das Angebot, für gutes Geld als Designerin für Möbelstoffe anzufangen - Alexandra überlegt eine lange Nacht lang, dann sagt sie ab. Ihre Entscheidung ist gefallen? Nicht Monatsgehalt und 40-Stunden-Woche, sondern Bühne und Showbusiness heißt ihre Zukunft!
Wie zur Bekräftigung ihres Vorsatzes, fahrt sie
nach Spanien, lebt sechs Wochen bei andalusischen Zigeunern, lernt Flamenco-Gitarre.
Wieder in Deutschland, sucht sie ihre Chance. Den Lebensunterhalt verdient sie
als Grafikerin halbtags in einem Hamburger Zeitschriften-Verlag. Der Verleger
entläßt sie schweren Herzens, weil sie "nur Musik und traurige
Lieder im Kopf" habe.
Aber gerade dieser Verleger ist es der einen wichtigen
Impuls für Alexandras Karriere gibt: Er ruft Fritz Weyrich an und empfiehlt
ihm Alexandra. Die spielt zu jener Zeit Theater in Neumünster. Sie nimmt
ihre Gitarre unter den Arm, steigt in den nächsten Bus, singt dem Producer
Weyrich eine halbe Nacht lang ihre Lieder vor, deutsch, russisch, hebräisch,
englisch, französisch... Alexandra bekommt ihren Schallplattenvertrag...
Was dann geschah, haben Millionen miterlebt. Es beginnt
mit einem Start, den deutsche Schallplattenfirmen mit Nachwuchssängerinnen
nie zuvor riskiert haben: Alexandras erste Platte ist eine Langspielplatte.
Auf dieser LP befindet sich der "Zigeunerjunge" - er entwickelt sich,
bald auch als Single-Platte, zu Alexandras erstem großen Erfolg.
Und dann läuft eine Karriere wie im Bilderbuch
ab. Rußland Tournee mit Hazy Osterwald, Fernseh-Shows mit Gilbert Bécaud,
mit Vico Torriani. Deutschland Tournee mit Adamo, der über Alexandra sagt:
"Die Entdeckung des Jahres!" Deutsche Hitparade, französische
Hitparade, Deutschlands und Österreichs Musikjournalisten wählen Alexandra
zur "Sängerin des Jahres". Frankreichs berühmter Regisseur
Jean Christoffe Averty holt sie als erste deutsche Sängerin in eine französische
Fernseh-Show.
Alexandra singt auf den Festival in Rio. Udo Jürgens
komponiert für sie. Truck Branss dreht mit ihr ein ganzes Fernsehporträt.
Konzerte. Gala-Abende. Immer wieder neue Aufnahmen. Auch von ihrer Schallplatte
"Sehnsucht" werden viele hunderttausend Stück verkauft. Alexandras
Lieder - viele von ihr selbst komponiert und getextet - erklingen in halb Europa:
"Erstes Morgenrot", "Mein Freund, der Baum", "Illusionen",
"Was ist das Ziel", "Schwarze Balalaika", "Walzer des
Sommers" - Alexandras Weg wird ein einziger Höhenflug. Sie gönnt
sich keine Pause, keinen Urlaub, jetzt da ihr großer Wunschtraum endlich
Wirklichkeit geworden ist...
Alexandras atemberaubende Karriere dauert nur zwei Jahre.
Am 31.Juli 1969 stirbt sie bei einem Verkehrsunfall auf einer Kreuzung in der
Nähe von Heide in Holstein. Niemand weiß, warum Alexandra wenige
Tage vor ihrem Tode ihr Testament machte und für sich und ihre Angehörigen
Grabstellen kaufte. Es wird immer ein Rätsel bleiben.
Die Frage nach den künstlerischen Vermächtnis
Alexandra beantworten ihre Schallplatten, aus denen die 24 wichtigsten Aufnahmen
für dieses Album zusammen gestellt worden sind. In ihnen wird das große
Talent dieser internationalen Künstlerin offenbar, dieser Stimme, die ich
nicht vergessen kann, seit ich im Frühjahr 1967 zum ersten mal mit Alexandra
sprach. Fünf Jahre liegt das nun zurück. Sind es schon fünf Jahre?
Sind es erst fünf Jahre? Seltsam, der Gedanke an Alexandra hat etwas Zeitloses.
Vielleicht verstehen Sie, was ich meine.
Geboren am 19. Mai 1944 in Heydekrug.
Gestorben am 31. Juli1969 bei einem Autounfall bei
Heide.
Wirklicher Name: Alexandra Doris Nefedov.
Sie hatte die Chance bekommen, drei Hits zu machen, bevor sie Abschied nehmen musste von diesem Leben.
"Zigeunerjunge", "Sehnsucht" und "Erstes Morgenrot", aus der Periode 1968/69. Ihre Erscheinung machte einen derartigen Eindruck, dass heute, 10 Jahre nach ihrem Tod, noch immer über sie gesprochen wird.
Zwei LP's sind erschienen: "Premiere"
und "Portrait in Musik". 1980 lancierte Phonogramm eine Doppel LP
"Star und Stimme" mit Radio und Fernsehreklame, auf der das alte Alexandra
- Repertoire wieder zum Kauf angeboten wurde.