

(Concetta Franconero).
* 1938 in Newark/New
Jersey (USA).
Erster Erfolg mit 18: "Who's sorry now". Zu Beginn der 60er Jahre beliebteste junge Schlagersängerin in den USA (bis 1963 neun Goldene Schallplatten). Danach auch in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Japan populär.
Erfolgreich auch als Filmschauspielerin.
Titel u. a.: "Die
Liebe ist ein seltsames Spiel" (1960), "Schöner fremder Mann"
(1961), "Einmal komm ich wieder" (1961), "Eine Insel für
zwei" (1961), "Lili Marleen" (1962), "Tu mir nicht weh"
(1962), "Wenn du gehst" (1962),"Barcarole in der Nacht"
(1963), "Die Nacht ist mein" (1963), "Du mußt bleiben,
Angelino" (1965)"Meine Reise ist zu Ende"(1966). Produzent: Gerhard
Mendelson.
Schon im zarten Alter von 3 Jahren konnte man sie hören
- wie sie ein Akkordeon spielte, hinter dem sie praktisch verschwand. Die Zehnjährige
hatte bereits regelmäßig ihren Auftritt in dem Regionalprogramm in
New Jersey. Und während sie noch erste Zeugnisse an der höheren Schule
erwarb, die beste Typistin des Bundeslandes wurde und ihr Studium durch Stipendien
gesichert schien, baute sie weiter an ihrer nun immer offener sichtbaren Karriere.
Mit 17 erhielt sie ihren ersten Plattenvertrag,
und der erste Millionenerfolg bald darauf entschied endgültig ihre weitere
Laufbahn als ein Star des Show-Business. Der weltweite Erfolg von Connie Francis
stützt sich nicht nur auf die tatsächliche Qualität ihres Vortrages,
sondern auch darauf, dass sie jeden Song in 6 verschiedenen Sprachen aufnimmt.
In den USA war sie so ziemlich bei jeder namhaften TV-Show und hatte auch ihre
eigene Sendung. In allen berühmten Clubs trat sie auf, und mit insgesamt
3 Goldenen Platten (jede über 1 Million), Hauptrollen in Erfolgsfilmen,
einem eigenen Buch und als Mitglied zahlreicher wohltätiger Organisationen
kann man von Connie Francis nur sagen, dass sie ein echter internationaler
Star in des Wortes reiner Bedeutung ist.
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A) Die
Liebe ist ein seltsames Spiel |
A) Ich
komm nie mehr von dir los |
A) Wenn
ich träume |
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A)
Einmal komm ich wieder |
A) Eine
Insel für zwei |
A) Schöner,
fremder Mann |
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A) Das
ist zuviel |
A) Tu
mir nicht weh |
A) Don't
Break The Heart |
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A) Wenn
du gehst |
A) Barcarole
in der Nacht |
A) Mein
Schiff fährt zu dir |
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A) Nino
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A) Your
Other Love |
A)
Napoli |
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A) Ich
wär' gern verliebt |
A)
Abends in der
Mondscheinallee |
A) Du
mußt bleiben, Angelino |
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A) Hast
du Heimweh? |
A)
Mein Herz wird warten |
A) Laß
mich geh'n |
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A) Der
Mond war Schuld daran |
A) Meine
Reise ist zu Ende |
A)
Spanish Nights And You |
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A) Es
ist so schön, daß es dich gibt |
A)
Somewhere my Love |
A) Goodbye
Mama |
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A) Keine
Liebe ohne Tränen |
A) Du
sagst Goodbye |
A) Lass
mich bei dir sein |
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A) Fahre
hinaus mit den Sternen |
A)
Strand der 1000 Lieder |
A) Laß
mir die bunten Träume |
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A)
Moderne Märchen |
A)
Lovin' Man B) Heut fiel auf einmal Schnee United Artists 36430 AT (1978) |
A) Go,
Connie Go! B) Bye, bye Connie Polydor 63 350 (19992) |

Ich erinnere mich
noch ganz genau: Es war im Winter 1961 und ich verbrachte mit meinen Eltern
die Weihnachtsferien in einer Pension in den Bergen. Im Speisesaal stand eine
Musicbox, aus ihr dröhnte eines Nachmittags ein Song, den ich bis dato
noch nie gehört hatte. Ich war wie elektrisiert: Weniger der Song, nein,
vor allem diese Stimme war es, die meine Aufmerksamkeit so erregte. Eine weinerliche,
etwas gequält wirkende Frauenstimme, ein bisschen durch die Nase gesungen,
die Töne fast schon schmerzhaft in die Länge gezogen und ein schauderhafter
amerikanischer Akzent. Das fand ich riesig. Es war, wie sich herausstellte,
die Stimme von Connie Francis und das Lied hieß: "Die Liebe ist ein
seltsames Spiel".

Connie Francis war damals schon seit Jahren in den Staaten ein gefeierter Teenager-Star mit unzähligen Hits, von denen allerdings in Deutschland nur einer, "My happiness" (1959), etwas bekannt wurde, die anderen hörte man den damaligen Gepflogenheiten entsprechend allenfalls in einer deutschen Cover-Version. So etwa "Lipstick on your collar", das bei Conny (Froboess) zu "Lippenstift am Jacket" wurde. Allmählich allerdings nahmen die Zuwachsraten der bundesdeutschen Schallplattenumsätze derartig zu, daß Deutschlands Musikmarkt auch für die Stars von drüben interessant zu werden begann. Connie Francis ließ als erste einen auf dem US-Markt erprobten Hit nicht mehr von einem deutschen Publikumsliebling nachsingen, sondern schritt selbst zur Tat. Die zunehmende Internationalisierung in der Branche machte dies ohne größere Schwierigkeiten möglich: Connie Francis war in den USA bei der mit der deutschen Polydor geschäftlich verflochtenen MGM unter Vertrag. Das bedeutete, daß die Produktionskosten für eine Eindeutschung sehr niedrig gehalten werden konnten, da das komplette Playback der Originalaufnahme bereits zur Verfügung stand. Es musste also nur der Gesang neu aufgenommen werden. Das Original, "Everybody's somebody's fool" rangierte in den Staaten auf Platz 1 der Charts, stieß in England bis Platz 5 vor, bei uns hingegen kam es, den damaligen Hörgewohnheiten gemäß, nicht über einen neunundzwanzigsten Platz hinaus.

"Die Liebe ist ein seltsames Spiel / Sie kommt und geht von einem zum andern / Sie nimmt uns alles, doch sie gibt auch viel zu viel / Die Liebe ist ein seltsames Spiel" - nicht gerade eine weltbewegende Neuigkeit, aber immerhin so prägnant formuliert, dass die Titelzeile noch Jahrzehnte später so etwas wie ein geflügeltes Wort bleiben sollte. Dazu eine eingängige Melodie und ein markanter Hammond-Orgel-Sound - all dies trug seinen Teil zum Erfolg des Songs bei. Vor allem aber war es diese Stimme von Connie, die offensichtlich nicht nur mich so sehr begeisterte. Eine andere Version, die sogar schon einige Wochen früher auf dem Markt war, hatte jedenfalls nicht die geringste Chance: Siw Malmkvist, die unter dem Namen "Jolly-Sisters" den Titel mit sich selbst im Duett sang, wollte kein Mensch mit diesem Lied hören. Nein, das Publikum wollte Connie und keine andere. Deutschlands Schlagerszene war um einen Superstar reicher.

Von da an ging es - nunmehr mit Titeln, die man ihr hierzulande auf den Leibzuschneiden ließ - Schlag auf Schlag: Im Folgejahr 1961 landete sie mit "Schöner fremder Mann" erneut ganz vorne in den Charts (Höchste Plazierung: Platz 2), es folgten 1962 "Eine Insel für zwei" (Platz 7), Connies neu eingekleidete "Lili Marleen" (Platz 9), der Sommer-Strand-und-Sonne-Schlager "Paradiso" ("Paradiso, unterm Sternenzelt, Paradies am weißen Strand, / ich komm wieder in die Wunderwelt...", Platz 1) und "Wenn du gehst", eine wundervoll weinerliche Schnulze, die sie mit tränenerstickter Stimme zum besten gab ("Wenn du gehst, wenn du gehst, dann ist alles aus, / was so schön ist, so schön für uns zwei. / Meine Welt bricht zusammen wie ein Kartenhaus, / wenn du gehst, dann ist alles vorbei", Rang 2). 1963 dann schließlich erschien die Platte, die für mich Höhepunkt von Connies Sangeslaufbahn in "Good Old Germany" ist: "Barcarole in der Nacht", das großartigste und überwältigendste Lied, das sie vermutlich je sang. Schon die ersten Takte, ein pompöser, vielstimmiger Chor, zog die Hörer in seinen Bann: "Barcarole in der Nacht, / du hast Tränen mir gebracht..." Nach so viel Prunk fehlte einem schier der Atem und man dachte, jetzt folge vermutlich etwas Epochales. Aber von wegen: "Du sagst nur Auf Wiedersehn / und ich sag goodbye. / Doch die Zeit wird weitergehn / und es blühen die Rosen aufs Neu - Gewiss, das war ein bißchen banal, aber nie zuvor hat jemand solche gleichsam abgeschmackten wie inhaltslosen Reime derart grandios und souverän dargeboten wie Miss Francis. "Barcarole in der Nacht" war ganz einfach Prunk der Meisterklasse!

Danach allerdings sollte Connie mit der ähnlich larmoyant sentimentalen Folgesingle "Die Nacht ist mein" (Platz 3) nur noch ein einziges Mal der ganz große Wurf gelingen, bevor auch sie zum Opfer der Invasion der britischen Beat-Gruppen wurde. Mit "Nino" und "Napoli" landete sie 1964 noch zweimal auf dem für sie verhältnismäßig bescheidenen Platz 12, dann ging es mit ihr in geradezu abenteuerlichem Sturzflug bergab: Mit Ausnahme eines einzigen Titels ( Du mußt bleiben, Angelino", 1965 Platz 10) spielte sie in bundesdeutschen Hitparaden keine Rolle mehr. Ebenso erging es ihr bei der BRAVO-"Otto"-Wahl: Nach drei souverän erstrittenen Trophäen in Gold (1961, 1962 und 1963) rutschte sie 1964 auf den dritten Rang ab, ab 1965 tauchte ihr Name unter den ersten zehn Plätzen nicht mehr auf. So rasant Connie Francis die Herzen der bundesdeutschen Fans erobert hatte, so schnell landete sie wieder auf dem Abstellgleis. Dass ihre Songs jedoch nach wie vor großes Format haben, das beweist die Tatsache, daß ein rhythmisch neu unterlegter Mix ihrer legendären Sixties-Hits ("Jive Connie, jive") Anfang der Neunziger erneut auf Platz 1 der Charts schnellte - echte Oualitätsware ist und bleibt unvergänglich!

Connies Hits von damals
gehören heute zum Standardangebot jeder Plattenbörse. Für halbwegs
neuwertige Exemplare muss man einschließlich Originalhülle zwischen
10 und 30 DM bezahlen, für ihre späten Titel muß man meist etwas
mehr ausgeben. "Die Liebe ist ein seltsames Spiel" gibt es nur im
Connie-MGM-Lochcover, ebenso meines Wissens "Lili Marleen". Alle anderen
Songs gibt es in überwiegend geschmackvoll gestalteten Bildhüllen.
Sollten Sie sich eine Wiederveröffentlichung von Connies Mega-Hits auf
CD zulegen wollen, so besorgen Sie sich am besten den Silberling Connie Francis
- Party Power" (Polydor 513 432-2). Hier finden sich sämtliche ihrer
großen Erfolge sowie der 92er-Mix "Jive Connie, Jive". Möchten
Sie darüber hinaus noch eine absolute Überraschung erleben, so empfehle
ich die Anschaffung der Bear-Family-CD "Komm mit mir in die Milchbar"
(BCD 16179 AH). Dieser Sampler vereint 25 typische Teenie-Hits der Jahre 1956
bis 1964, beispielsweise Manuelas schönsten Titel ("In meinem Kalender"),
Connys "Lipstick on your collar"-Eindeutschung ("Lippenstift
am Jacket"), Gitte mit einer deutschen Version von Brende Lee's "I'm
sorry und der Clou: Connie Francis' "Die Liebe ist ein seltsames Spiel"
mit einem Text, den Sie höchstwahrscheinlich noch nie gehört haben,
weil er zuvor nie auf Platte veröffentlicht wurde: "Die Tränen, die ich schon um dich geweint
hab, / die füllen einen riesengroßen See. / So gut wie ich es stets
mit dir gemeint hab' / war niemand sonst, doch du sagst: ,Bitte geh!' . Unverändert
allerdings bleibt der Refrain: "Die Liebe ist ein seltsames Spiel, /sie
kommt und geht von einem zum andern - was ließe sich an dieser unumstößlichen ewigen
Wahrheit schon umtexten?