
* 28.12.1925 in Ulm.
Besuch eines Lyzeums, Zeichenstudio. Schauspielschule der Ufa. Nach 1945 Theaterauftritte in Berlin in "Tribüne", "Schloßparktheater" u. a. 1952 Ufa-Engagement als Filmschauspielerin. Internationale Erfolge als Schauspielerin (600 Aufführungen als "Ninotschka" am Broadway).
Als
Chansonsängerin Durchbruch 1963. Seitdem TV-Gast in vielen Shows.
Fernseh Porträt. 1968 Goldene Schallplatten für 3 Millionen verkaufter
Platten. Buchautorin ("Der geschenkte Gaul"). Produzent: Ehemann David
Cameron-Palastanga.
"Ich
bin einen weiten Weg gegangen" heißt eine ihrer Langspielplatten.
Sie ist einen sehr weiten Weg gegangen - die Knef!
Schauspielerin, Sängerin, Buchautorin. Und dieser weite Weg hat sie sehr bekannt gemacht; so bekannt, daß es sich wohl erübrigt, über sie viel zu reden. Außer vielleicht, daß sie das tut was ein Künstler immer tun will (oder sollte): sich selbst mit allen Erfahrungen der Umwelt auszudrücken. Individualistisch, ehrlich -und glaubhaft. Wie sagt doch Ella Fitzgerald von ihr? "Die größte Sängerin ohne Stimme!"
Geboren: 1925 in Ulm
Erfolgreichste
Titel: "Von da an ging's bergab", "Für mich soll's rote Rosen regnen"
(Persönliche Auswahl).
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| A)
Er war nie ein Kavalier
B) ... und der Mann mit der Harmonika Decca D 19 339 (1962) |
A)
Aber schön war es doch
B) Das Lied vom Leierkastenmann Decca D 19 385 (1962) |
A)
Aber schön war es doch
B) ... und der Mann mit der Harmonika C) Er war nie ein Kavalier D) Das Lied vom Leierkastenmann Decca Füllschrift DX 2241 (1962) |
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| A)
Macky Messer
B) Die Seeräuber-Jenny ("Die Dreigroschenoper") Decca D 19 400 (1963) |
A)
Eins und eins, das macht zwei
B) So hat alles seinen Sinn Decca D 19 472 (1963) |
A)
Eins und eins, das macht zwei
B) So hat alles einen Sinn Decca D 19 472 (1963) |
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| A)
Das geht beim erstenmal vorbei
B) Da kannst du was - da hat du was Decca D 19 613 (1964) |
A)
Lola und Jonny (Frankie & Johnny)
B) Patachou Decca D 19 640 (1964) |
A)
Grauer Regen
B) Wiegenlied für ein Wunderkind Decca D 19 670 (1965) |
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| A)
In dieser Stadt
B) Wintersonne Decca D 19 732 (1965) |
A)
Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen
B) Ich möchte am Montag mal Sonntag haben Decca D 19 785 (1966) |
A)
Ich brauch' kein Venedig
B) Ich wollte dich vergessen Decca D 19 841 (1967) |
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| A)
Das waren schöne Zeiten
B) Er setzt mich von der Steuer ab Decca D 19 890 (1968) |
A)
Einsam
(aus dem Film "Das dreckige Dutzend") B) Tausendmal am Tag (Mille fois par jour) Decca D 19 893 (1968) |
A)
Sei mal verliebt
("Let's Do It" v. Cole Porter) B) Nichts haut mich um ("I Get A Kick Out Of You" v. Cole Porter) Decca D 19 954 (1968) |
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| A)
Für mich soll's rote Rosen regnen
B) Von nun an ging's bergab Decca D 19 960 (1968) |
A)
Tapetenwechsel
B) Wieviel Menschen waren glücklich Decca D 29 041 (1970) |
A)
Nur mit dir
B) Die Schnecke Decca D 29 134 (1972) |
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| A)
Der alte Wolf
B) Und sie hieß Marilyn Philips 6000 138 (1974) |
A)
Guten Morgen, Paul
B) Heimwehblues Philips 6000 229 (1978) |
A)
Weißt du nicht mehr
B) Wieso Constant 4309 (1986) |
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| (mit
Glenn Yarbrough)
A) Ways Of Love B) Ways Of Love (Instr). Jupiter Records 887 171-7 (1987) |
Die
Knef. Schauspielerin. Chanson-Sängerin. Texterin. Schriftstellerin.
Stationen einer Karriere. Berufe. Aber keine in sich abgeschlossenen Kapitel
im wechselvollen Leben einer außergewöhnlichen Persönlichkeit.
Hildegard Knef ist Bewegung. Hildegard Knef ist Abwechslung. Ihre LPs sind
Manifeste Ihrer Vielseitigkeit. Der Texterin ad eins. Hildegard Knef formuliert
sehr persönliche Meinungen, Gedanken und Gefühle. Autobiographische
Aspekte sind nicht zu verleugnen. Aber ebensowenig Allgemeingültigkeit
und Identifikation. Die Interpretin zum zweiten: Hildegard Knef singt -
wie sie singt. Unverwechselbar. Sie lotet ihre Texte aus. Sie gibt den
Inhalten die zweite Dimension der Interpretation. Und die Grundstimmung
ist Bejahung: Da ist eine Zeit zu lachen und zu leben! Zu leiden und zu
streben jedoch ebenso. Mit dem Fazit: Der Weg, er hat sich gelohnt. (js)
... Seit Jahren kennen wir die Knef
nun schon: als Filmstar, als Bühnen- und Musical-Star, als Diseuese
im
Schallplattenstudio. Nach Ihrer Welttournee 1966 aber erscheint sie uns
wie verwandelt. Vor einer breiten Öffentlichkeit bestand sie ihre
Feuerprobe als Liedgestalterin. Sie ist kein Geheimtip mehr, kein exklusives
Ereignis für Kenner. Sie ist heute ein Star des internationalen Show
Business. Eine Weltattraktion... Die neue Knef! "Sie singt, was sie weiß,
und sie weiß, was sie singt", sagte Erich Kästner mal von einer
Chansonette. "Man merkt das am Gesang." Dieses Wort gilt bestimmt auch
für die Knef. Jazz-Nachtigall Ella Fitzgerald drückte es so aus:
"Sie ist die größte Sängerin ohne Stimme." Wenn die Knef
singt, merkt man kaum, daß Sie atmet. Durch ihre Luftröhre,
so scheint es, kommen keine Sauerstoffmoleküle, sondern Gedanken.
Und Ihre Stimmbänder rascheln dabei, als durchschreiten diese Gedanken
einen Perlenvorhang. Wer die Knef singen hört, achtet unweigerlich
auf den Text. Und ein großer Teil dieser Texte stammt aus ihrer eigenen
Feder. Man glaub ihr jedes Wort, ... Denn Ihre Texte haben Tiefenströmung,
Substanz. Oft klingen sie wie die gesammelten Erinnerungen eines Trümmermädchens
im Abendkleid. Da ist Schicksal drin. Ein Lebensweg von links nach schräg.
Wandlungsfähigkeit und viel Geschmack. Illusionen in Moll, aber zupackende
Slogans in Dur. Vorgetragen von einer Glocke mit Sprung. Von einer Frau,
die weiß, was sie singt. Von der Knef.
Wie
ein verspätetes Weihnachtsgeschenk kam sie zur Welt: am 28. Dezember
1925 in Ulm. Aber sie blieb nur ein Jahr in dieser schönen Stadt.
Ansonsten heißt ihre Wahlheimat Berlin. Dort besuchte sie die Schauspielschule,
und dort wurde sie auch als Modezeichnerin bei der Ufa ausgebildet. Regisseur
Wolfgang Liebeneiner entdeckte sie. Seitdem kennen wir Hildegard Knef in
zahlreichen Rollen: als Trümmermädchen und Sünderin, als
Alraune, Vamp, Seplunken-Jenny und als Kommissarin Ninotschka. Ihre größte
... Karriere aber erlebte sie als Chansonette. Ihre Lieder stehen unter
dem Geheimtitel "So oder so ist das Leben". Mal bunt, mal triste, mal glücklich,
bisweilen aber auch gefährlich. Doch stets aufregend interessant.
(N.N.)
In Sachen Knef
Erfolg ist eine Einbahnstraße, in der man nicht wenden darf. Erst recht nicht, wenn man ein Markenartikel ist und KNEF heißt.
Hildegard Knef hat die Straße
ihres Erfolges in den letzten Jahren sehr genau festgelegt - ganz besonders,
seit sie sich einen großen Teil ihrer Texte selbst schreibt. In einer
Sprache von heute, ohne Pathos und Geziertheit. Sie hat ihr Publikum dorthin
gebracht, wo sie es haben wollte: Zum intelligenten, unterhaltenden Chanson.
Und da steht das Publikum nun und sagt: Das nächste, bitte. (Mischa
Mleinek)
Wie
Christian Morgenstern liebt sie Aphorismen, mit dem fliegenden Schneider
teilt sie die Geburtsstadt und mit Dietrich Fischer-Diskau das Geburtsjahr,
wie Friedrich Dürrenmatt gehört sie zu den Steinböcken und
mit Hermann Kahn teilt sie die Initialen und das Los, von der Umwelt mit
Superlativen bedacht zu werden.
Ihre Bühnenlaufbahn begann vor 28 Jahren ??? am Deutschen Theater in Berlin. Zwei Jahre spielte sie unter Barlog und feierte als erste deutsche Schauspielerin Triumphe am Broadway. Für den Film wurde sie von Wolfgang Leibeneiner entdeckt: Ihre erste Rolle "Unter den Brücken". Vor 1962 sang sie alles, was ihr gefiel und Erfolg versprach. Im August 1962 veröffentlichte sie ihre erste LP: "So oder so ist das Leben" (Decca), was als Geheimtip aller nachfolgenden Singles und zehn LP´s gelten kann. Sie, das ist Hildegard Knef. Man gibt ihr keinen Titel, keine Anrede. Die Knef. Das genügt.
... Eine Frau, eine Künstlerin, die Widerspruch am laufenden Band auslöst - und doch von allen verehrt wird. Auch von denen, die sie eigentlich nicht mögen (was schon ein Widerspruch ist). Mit ihren eigenen Texten ersang sie sich den Rang eines Weltstars und wurde zum Vorbild, dem nie erreichten, vieler Liedermacher.
Im März 1965 kam Ihre LP "Hildegard Knef spricht und singt Kurt Tucholsky" auf den Markt. Unterstützt von kongenialen Vertonungen junger Komponisten präsentierte sich die eigentliche, die neue Knef. Auf voller Bandbreite, nachdem bereits mehr oder weniger deutliche Andeutungen "vorausgesungen" worden waren. Als dann ein paar Monate später die nächste Produktion, "Ich seh die Welt durch deine Augen", erschien, waren selbst Skeptiker unter den Fachleuten überzeugt, daß sie einen Wendepunkt des deutschen Chansons der Nachkriegszeit darstellt. Das Material und vor allem die künstlerische Persönlichkeit war gefunden, die - ohne auf Massenmedien Rücksicht nehmen zu müssen - einen Chansonabend solo bestreiten konnte.
Ende
1966 machte Hildegard Knef eine große Tournee mit Günter Noris
und seinem Ensemble und zwei Jahre später zusammen mit Kurt Edelhagens
Big Band, ein Wagnis, das wegen des individuellen Orchestersounds wohl
nur sie sich leisten kann. Im musikalischen Grenzland zwischen Unterhaltung
und Kunst angesiedelt, überzeugt sie auch jeden, die sonst ihre musikalischen
Maßstäbe von jenseits des großen Teiches beziehen. "Highbrows"
sowie der gern genannte "kleine Mann" hören ihren Texten zu und vergessen
einen Moment lang, was sie selbst über die Themen denken. Denn man
denkt wie sie. Das Identifikationsmuster ist perfekt. Nicht aus gewollter
Künstelei und wegen gesuchter Ausdrücke. Die Sprache der Knef
ist bildhaft und ihr Wortschatz trifft. ... Und man glaubt ihr, was sie
singt, denn sie kennt Höhen und Tiefen des Lebens. Ihres Lebens, das
sich in eben jenen Extremen dem unseren viel mehr nähert, als wir
ahnen wollen.
Die Knef, was ist "das" eigentlich?
Ein Markenartikel bundesdeutscher Schallplattenpresser? Ein Star? Doch
das ist ein zu viel- und damit nichtssagender Begriff, als daß man
mit ihm eine Frau vom Format der Hildegard Knef umschreiben könnte.
Sicher eine prominente Textautorin. Auch eine gefeierte Sängerin?
Vor zwei Jahren bereits erhielt sie ihre erste Goldene Schallplatte. Eine
berühmte Kollegin nannte sie die "größte Sängerin"
ohne Stimme. ... Das Erfolgsgeheimnis der Knef ist in ihrer ausgeprägten
Persönlichkeit zu suchen. Sie verzichtet auf Spitzenplätze der
Hitparaden und singt lieber Qualität, sprengt den Rahmen durchschnittlichen
Texter- und Interpretenlateins. Dazu enorme Musikalität, Einfallsreichtum
und ihren gesunden Menschenverstand; eine Mischung, die ebenso gut wie
selten auf den mageren Weiden des inländischen Showbusineß ist.
Mal bunt, mal grau, mal glücklich, dann melancholisch: HILDEGARD KNEF.
(N.N.)
Geboren wurde sie in Ulm. Aber,
wie sie selbst sagt - "entscheidend ist ja nicht, wo man geboren ist,
sondern,
wo man aufwächst." Und so ist sie also Berlinerin. Ihre Jugend fand
statt im Schatten des Krieges. Die Siebzehnjährige, die die UFA-Zeichenschule
besucht - langes Blondhaar, schmales, ein wenig trauriges Gesicht - fällt
einem der Gewaltigen von Babelsberg ins Auge. Er rät zu Schauspielunterricht,
setzt sich später für Probeaufnahmen ein. 1944 winken zwei kleine
Filmrollen (so in Käutners "Unter den Brücken"). Diese künstlerischen
Anfänge übertönt der Zusammenbruch. Sie habe die Einschlaggeräusche
der verschiedenen Bomben unterscheiden können, ehe sie einen Ton Mozart
kannte. Ein bitterer Satz. Sie verkörpert genau das, was sie spater
in ihren ersten großen, unvergeßlichen Filmen darstellen darf:
die junge Frau, die überlebt hat, die aus den Trümmern herauskraxelt,
in deren Antlitz alles Weiche von dem festen Entschluß weggewischt
ist, aus diesem heillosen europäischen Durcheinander für ihre
Generation die letzten Möglich-keiten herauszuholen. Daß ihr
Gesicht aus diesen Trümmerfilmen ("Die Mörder sind unter uns",
"Film ohne Titel", "zwischen gestern und morgen") sich später wandelt,
spricht für ihre schauspielerische Begabung. Für ihre Zähigkeit
und Ausdauer spricht die Tatsache, daß es ihr gelingt, als erste
deutsche Filmdarstellerin nach dem Krieg im internationalen Filmgeschäft
Fuß zu fassen. Der erste Anlauf in Hollywood schlägt fehl. Es
bedarf erst des zweifelhaften, aber aufsehenerregenden Erfolgs der "Sünderin"
(1949), bis sie Anatol Litvak für "Entscheidung im Morgengrauen" holt
und Carol Reed für "Gefährlicher Urlaub" ("The Man Between").
Nun ist der Weg frei zu einer großen Karriere: als Hildegard Neff
dreht sie in Hollywood, London und Paris. Zwischendurch filmt sie auch
wieder in Deutschland.
Als Alraune kommt sie uns zum erstenmal
mit Gesang. Übezeugender ist der zweite Vorstoß auf musikalischem
Terrain: ihr Broadway-Debüt in dem Musical "Silk Stockinge" von Cole
Porter. Fast zwei Jahre steht sie Abend für Abend als Kommissarin
Ninotschka im schäbigen Ledermantel auf der Bühne und flüstert
mit heiserem Bariton: "Without Love"..." Nach der Rückkehr aus New
York bietet ihr der deutsche Film nur wenig angemessene Aufgaben. Viel
besser kann sie ihre Vorzüge beweisen, als sie 1960 im "Nerz" wieder
auf der Bühne von Barlogs Berliner Schloßpark - Theater steht,
wo sie als Fanny und Agda Kjerulf 1945 begann. Eine Tournee mit der Komödie
"Die ist nicht von gestern" führt sie im Jahr darauf durch ganz Deutschland.
Sie ist wirklich nicht von gestern. In Cocteaus Bravour- Arie "Geliebte
Stimme" meistert sie souverän ihre Fernseh-Premiere. Und auf dieser
Platte stellt sie sich mit einiger Selbstironie als Schlagersängerin
vor: Hildegard Knef, eine unserer eigenwilligsten Schauspielerinnen. Sie
hat sich gewandelt: Die Trümmerfrau" von damals hat ein Antlitz von
harter, fast böser Schönheit bekommen. Nur die hellen, klaren
Augen sind geblieben. Die Stimme ist noch ein wenig rauher geworden, aber
den erfrischenden Ton von der Spree hat sie nicht verloren." In gewissen
Abständen muß ich einfach nach Berlin, um mir Akzent zu holen,
um die Luft zu atmen, die heimatlich ist".